Immobilien: Nach wie vor für viele ein Wunschtraum – doch die Preise steigen weiter

Die Coronakrise befeuert bei vielen den Wunsch nach Sicherheit und Geborgenheit in den eigenen vier Wänden – und scheint damit den Immobilienmarkt weiter anzuheizen, wie ein aktueller Hauspreis-Index zeigt.

Die eigenen vier Wände als Lebensziel

Ob Haus oder Eigentumswohnung – für viele Deutsche sind Immobilien nach wie vor ein erstrebenswertes Gut. Wie eine aktuelle Umfrage des Finanzberatungsunternehmens Swiss Life Select in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut YouGov zeigt, träumen mehr als zwei Drittel der befragten Personen von Wohneigentum.

Die Verwirklichung gestaltet sich allerdings für viele schwierig: 47 Prozent der Teilnehmer geben in der Swiss Life Select-Studie an, dass ihnen die finanziellen Mittel für den Erwerb eines Hauses oder einer Eigentumswohnung fehlen. Dennoch plant jeder Fünfte den Kauf einer Immobilie innerhalb der nächsten fünf Jahre.

Besonders junge Menschen wollen Immobilien

Gerade die Befragten im Alter zwischen 18 und 29 Jahren stehen auf Immobilienbesitz: 87 Prozent von ihnen wollen ein eigenes Zuhause. Bei den 30- bis 49-Jährigen hegen 69 Prozent denselben Wunsch, und in der Gruppe der über 50-Jährigen sind es immerhin noch 43 Prozent.

Dem steht in allen Altersgruppen der Mangel an Eigenkapital gegenüber: 50 Prozent der 18- bis 29-Jährigen klagen über fehlende Finanzmittel, unter den 30- bis 49-Jährigen sind es 43 Prozent. Von den Befragten über 50 werden 48 Prozent durch Geldmangel vom Immobilienkauf abgehalten.

30 Prozent der in der Swiss Life Select-Studie Befragten geben als Grund für den Wunsch nach einem eigenen Haus oder einer eigenen Wohnung die steigenden Mieten an. Von diesen 30 Prozent gibt fast ein Viertel laut Umfrage mindestens 50 Prozent seines Haushaltsnetto-Einkommens für die Miete aus.

Preise für Häuser steigen nach wie vor kräftig an

Dem Wunsch nach Wohneigentum stehen auch die Preise im Weg: Sie steigen und steigen und – steigen. Das zeigt der Hauspreis-Index EPX von Europace , der die Preisentwicklung von bestehenden Ein- und Zweifamilienhäusern, Neubauten und Eigentumswohnungen ermittelt.

Der Index erfuhr im Juli dieses Jahres einen weiteren Schub nach oben und kletterte auf den Rekordwert von 204,71 Punkten. Im Vergleich zum Vormonat ist das beim Gesamtindex ein Plus von 1,44 Prozent, im Vergleich zum Juli 2020 ist das Register um satte 13,29 Prozent angestiegen.

Der EPX nutzt die Transaktionsdaten privater Immobilienfinanzierungen der Europace-Plattform und wurde zusammen mit dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung entwickelt. Er wurde im Jahr 2005 mit einem Basiswert von 100 ins Leben gerufen und wird monatlich ermittelt.

Preisanstieg trotz Pandemie

Die Immobilienpreise sind von der Coronakrise bisher nicht in Mitleidenschaft gezogen worden – ganz im Gegenteil: Sie erweisen sich gegenüber den wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 als außerordentlich robust. Das zeigt sich besonders bei den Bestandshäusern: Dieser Teilbereich des EPX hat sich im Vergleich zum Vormonat um 2,19 Prozent auf 199,60 Punkte gesteigert, im Vergleich zum Vorjahresmonat sind es bei den Secondhand-Immobilien sogar 16,85 Prozent.

Auch bei den Neubauten gehen die Preise weiter nach oben: Im Monatsvergleich stieg dieser Teilindex zwar nur um 1,14 Prozent an, riss aber trotzdem mit 202,66 Punkten die Zweihunderter-Marke.

Bei den Eigentumswohnungen wird diese Marke ebenfalls geknackt: Sie verzeichnete im Juli 2021 einen Zuwachs von 1,03 Prozent gegenüber dem Vormonat und liegt damit bei 211,86 Punkten.