Voreinzahlung des Gesellschafters – und die spätere Kapitalerhöhung

Mit Zahlungen, die bereits vor Fassung des Kapitalerhöhungsbeschlusses an die GmbH geleistet wurden, kann der Gesellschafter seine durch den Kapitalerhöhungsbeschluss und seine Übernahmeerklärung begründete Einlageverpflichtung nicht erfüllen.

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs haben Voreinzahlungen auf eine künftige Kapitalerhöhung grundsätzlich nur dann Tilgungswirkung, wenn der eingezahlte Betrag im Zeitpunkt der Beschlussfassung und der mit ihr üblicherweise verbundenen Übernahmeerklärung noch als solcher im Gesellschaftsvermögen zweifelsfrei vorhanden ist1. Dies ist dann der Fall, wenn und soweit sich der geschuldete Betrag entweder in der Kasse der Gesellschaft befindet oder der Gesellschafter auf ein Konto der Gesellschaft einzahlt, soweit dieses anschließend und fortdauernd bis zur Fassung des Kapitalerhöhungsbeschlusses ein Guthaben ausweist2.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 19. Januar 2016 – II ZR 61/15

  1. BGH, Urteil vom 15.03.2004 – II ZR 210/01, BGHZ 158, 283, 284 f.; Urteil vom 26.06.2006 – II ZR 43/05, BGHZ 168, 201, 203 ff.; Urteil vom 24.04.2008 – III ZR 223/06, ZIP 2008, 1928 Rn. 14; Beschluss vom 11.06.2013 – II ZB 25/12, ZIP 2013, 1422 Rn. 14 []
  2. vgl. BGH, Urteil vom 15.03.2004 – II ZR 210/01, BGHZ 158, 283, 284 f.; Urteil vom 24.04.2008 – III ZR 223/06, ZIP 2008, 1928 Rn. 14 []